
Thermografie mit Drohnen
Überwachung von Halden, Deponien und Bränden
Thermografie mit Drohnen ermöglicht es, thermische Auffälligkeiten aus der Luft schnell und präzise zu erkennen. Besonders bei Halden, Deponien, industriellen Ablagerungen oder bei Bränden können Wärmebildkameras wertvolle Informationen liefern. Unsere Drohnen sind mit hochauflösenden Wärmebildkameras sowie RGB-Kameras ausgestattet. Dadurch können sowohl thermische Auffälligkeiten als auch hochauflösende Realbilder erfasst werden.
Der Einsatzbereich reicht von der Überwachung von Halden und Deponien bis hin zur Unterstützung von Einsatzkräften bei Bränden.
Unsere Haupteinsatzgebiete sind Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Aufgrund der mobilen Technik sind Einsätze bei Bedarf auch deutschlandweit möglich.
Thermografiebefliegung mit Drohne anfragen
Wenn Sie eine Halde oder Deponie thermografisch untersuchen lassen möchten, senden Sie uns einfach eine Anfrage für eine Thermografiebefliegung mit Drohne. Wir melden uns kurzfristig bei Ihnen.
Thermografie-Drohne überwacht Halden und Deponien
Halden und Deponien können über viele Jahre hinweg thermische Prozesse entwickeln. Durch chemische Reaktionen, biologische Zersetzungsprozesse oder Schwelbrände entstehen unterirdische Wärmequellen. Diese sind von außen oft nicht sichtbar.
Mit einer Thermografie-Drohne lassen sich solche thermischen Aktivitäten jedoch erkennen und dokumentieren. Die Wärmebildkamera zeigt Temperaturunterschiede an der Oberfläche und ermöglicht so Rückschlüsse auf Prozesse im Untergrund. Die Untersuchung großer Flächen ist mit Drohnen deutlich schneller und sicherer möglich als mit punktuellen Messungen am Boden.
Langzeitüberwachung einer Halde seit 2018
Seit 2018 führen wir regelmäßig thermografische Befliegungen einer Halde in Sachsen-Anhalt durch. Ziel dieser Untersuchungen ist es, thermische Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und mögliche Schwelprozesse zu dokumentieren. Die Befliegungen erfolgen bevorzugt in der kalten Jahreszeit. Niedrige Außentemperaturen ermöglichen eine deutlich bessere Erkennung von Temperaturunterschieden an der Oberfläche.
Während der thermografischen Untersuchung werden:
- radiometrische Infrarotbilder
- Infrarot-Videos
- hochauflösende RGB-Aufnahmen
aufgezeichnet. Die Drohne überfliegt das Objekt in verschiedenen Höhen. Dabei werden die Kameras möglichst orthogonal zur Oberfläche ausgerichtet, um eine präzise thermografische Messung zu ermöglichen. Die maximale Flughöhe liegt dabei in der Regel bei etwa 50 bis 100 Metern über der Halde.


Auswertung der radiometrischen Wärmebilder
Ein radiometrisches Infrarotbild enthält in jedem Pixel eine Temperaturinformation. Dadurch können Temperaturverteilungen exakt analysiert werden. Nach der Befliegung werden die aufgezeichneten Daten im Büro ausgewertet. Dabei werden thermische Auffälligkeiten identifiziert und dokumentiert. Die auffälligen Bereiche werden als radiometrisches Bild gespeichert und anschließend mit dem entsprechenden Realbild verknüpft. Durch diese sogenannte Bildfusion lassen sich die thermischen Auffälligkeiten exakt lokalisieren.
Bei Messungen vor Ort konnten in einzelnen Bereichen Temperaturen von über 80 °C in etwa einem Meter Tiefe festgestellt werden.
Solche Werte zeigen deutlich, dass sich in Halden und Deponien über lange Zeiträume hinweg erhebliche thermische Aktivitäten entwickeln können.
Vorteile der Thermografie mit Drohnen
Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera bietet gegenüber klassischen Messmethoden zahlreiche Vorteile.
Thermografische Drohnenflüge ermöglichen:
- schnelle Untersuchung großer Flächen
- frühzeitige Erkennung von Schwelbränden
- aussagefähige radiometrische Messungen
- sichere Untersuchung schwer zugänglicher Bereiche
- vollständige Dokumentation der Ergebnisse
Gerade bei Halden, Deponien oder industriellen Ablagerungen kann eine regelmäßige thermografische Kontrolle helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen.


Wärmebildkameras – Auflösung und Messgenauigkeit
Bei Wärmebildkameras spielt die Auflösung eine entscheidende Rolle. Für professionelle Anwendungen sollten Wärmebildkameras mit einer Auflösung von mindestens 640 × 480 Pixeln eingesetzt werden. Nur so lassen sich thermische Auffälligkeiten zuverlässig erkennen.
Radiometrische Wärmebilder enthalten in jedem Pixel eine Temperaturinformation. Wird beispielsweise ein Teleobjektiv verwendet, kann ein einzelnes Pixel aus etwa 250 Metern Entfernung eine Fläche von ungefähr 10 × 10 Zentimetern darstellen.
Für eine zuverlässige Messung sollten mindestens 3 × 3 Pixel ein Objekt abdecken. Das entspricht einer Fläche von etwa 30 × 30 Zentimetern.
Erfahrung in der Interpretation solcher Wärmebilder ist daher entscheidend, um Messfehler zu vermeiden und thermische Auffälligkeiten korrekt zu bewerten.
Praxis und Interpretation von Temperaturwerten
Bei Wärmebildaufnahmen aus größeren Entfernungen können die angezeigten Temperaturwerte deutlich variieren. Ursache sind unter anderem die Entfernung zum Objekt, der Betrachtungswinkel, atmosphärische Einflüsse sowie die Größe des erfassten Bereichs innerhalb eines Pixels. Je weiter die Drohne vom Objekt entfernt ist, desto größer wird die Fläche, die ein einzelnes Pixel abbildet. Dadurch entsteht eine gemittelte Temperatur, die nicht direkt mit Messungen aus geringerer Entfernung vergleichbar ist.

In der praktischen Anwendung – etwa bei der Überwachung von Halden, Deponien oder bei Bränden – steht daher weniger die exakte Temperatur eines einzelnen Punktes im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr das Erkennen von thermischen Auffälligkeiten und Hotspots. Diese lassen sich mit Wärmebildkameras aus der Luft sehr zuverlässig identifizieren und ermöglichen eine schnelle Orientierung für weitere Maßnahmen oder Untersuchungen.
Drohnenunterstützung bei Bränden
Neben der Überwachung von Halden und Deponien können Drohnen auch bei Bränden wertvolle Unterstützung leisten.
Wärmebildkameras ermöglichen es, Glutnester, Brandherde oder versteckte Hitzequellen aus der Luft zu erkennen. Besonders bei Waldbränden oder unübersichtlichen Einsatzlagen liefern Drohnen wichtige Informationen für die Einsatzleitung. Am Tag können sowohl Realbilder als auch Infrarotbilder zur Lageeinschätzung genutzt werden. In der Nacht liefern Wärmebildkameras eine besonders wertvolle Unterstützung.
Beispiel: Waldbrand in der Königsbrücker Heide 2018
Am 6. September 2018 befand sich unser Drohnenteam gerade auf der Rückfahrt von einer Befliegung einer Photovoltaikanlage nach Calau, als gegen 17 Uhr ein Anruf des Brandmeisters des Landkreises Bautzen einging. Wir wurden gebeten, die Feuerwehr beim Waldbrand in der Königsbrücker Heide bei Schwepnitz zu unterstützen.
Bereits gegen 19 Uhr traf unser Drohnen- und Kameraoperator vor Ort ein und nahm an der Einsatzbesprechung mit den Feuerwehrkräften teil. Gemeinsam wurde beschlossen, noch in der Nacht Erkundungsflüge mit der Drohne durchzuführen. Unter normalen Umständen gelten für Drohnen Nachtflugverbote sowie Höhenbegrenzungen. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Erkundungsflüge im Rahmen der damals geltenden drohnenrechtlichen Ausnahmeregelungen durchgeführt werden, da der Einsatz unter Aufsicht der Feuerwehr erfolgte. Vor dem Start wurde der Flugraum in Abstimmung mit dem Flugverkehrslandeplatz Dresden in einem Radius von etwa 20 Kilometern gesichert.



Drohneneinsatz im Brandgebiet
Gegen 21:15 Uhr starteten wir gemeinsam mit den Einsatzkräften zum Aufstiegsort im Waldgebiet. Rechts und links des Waldweges waren immer wieder kleinere und größere Flammenherde zu erkennen. Am vorgesehenen Startpunkt bereitete der Drohnenoperator das Fluggerät für den Einsatz vor. Der Kameraoperator richtete die Bodenstation für die Übertragung der Wärmebilder ein. Nach dem Start stieg die Drohne auf etwa 245 Meter Höhe auf und wurde anschließend in Richtung des Brandgebietes gesteuert.
Über die Wärmebildkamera konnten die Einsatzkräfte das Ausmaß des Feuers erkennen. Die Bilder wurden live auf der Bodenstation übertragen.
Parallel dazu zeichnete die Kamera ein radiometrisches Video auf. Dadurch standen später auch detaillierte Temperaturdaten für die Auswertung zur Verfügung. Die Feuerwehr konnte anhand dieser Informationen gezielt zu den Brandherden geschickt werden. Der Einsatz endete am 7. September 2018.
Kosten eines Drohneneinsatzes bei der Brandbekämpfung
Im Vergleich zum Einsatz eines Hubschraubers ist der Einsatz einer Drohne deutlich kostengünstiger. Während Hubschrauber mehrere tausend Euro pro Stunde kosten können, liegt der Aufwand für einen Drohneneinsatz nur bei einem Bruchteil davon. Neben der Technik erhalten Auftraggeber auch Unterstützung bei der Interpretation der Infrarotbilder und der Auswertung der Daten.
