
Wildtiermonitoring mit Wärmebilddrohnen
Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Instrument im modernen Wildtiermonitoring entwickelt. Auch in der Land- und Forstwirtschaft ermöglichen Drohnen mit Wärmebildkamera einen schnellen Überblick über große Flächen. Sie helfen dabei, Wildtiere zu schützen, Krankheiten zu erkennen oder Tierbestände zu dokumentieren.
Während Wärmebildkameras ursprünglich vor allem im technischen Bereich eingesetzt wurden, haben sie sich mittlerweile auch im Natur- und Artenschutz etabliert. Drohnen ermöglichen es, Felder, Wiesen und Waldflächen effizient zu überfliegen und thermische Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
Zu den wichtigsten Einsatzbereichen zählen heute vor allem:
- die Rehkitzsuche vor der Mahd
- das Auffinden von Wildschweinen in landwirtschaftlichen Kulturen
- das Monitoring im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP)
- das Auffinden von Wildschweinkadavern
- allgemeine Wildtierbeobachtungen und Bestandserhebungen
Durch den Einsatz moderner Wärmebildsensoren können Tiere selbst in dichter Vegetation oder in der Dämmerung erkannt werden – Situationen, in denen eine Beobachtung vom Boden aus kaum möglich wäre.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist dabei die praktische Erfahrung aus zahlreichen Einsätzen im Bereich Wildtiermonitoring. Seit mehreren Jahren begleiten wir Landwirte und Jäger bei der Rehkitzsuche vor der Mahd und unterstützen bei der systematischen Kontrolle von Wiesenflächen mit Wärmebilddrohnen.
Darüber hinaus waren wir über mehrere Jahre aktiv im Monitoring im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) tätig. In diesem Zeitraum konnten wir umfangreiche praktische Erfahrung im Drohneneinsatz sammeln und haben gemeinsam mit Behörden, Jägern und Einsatzteams landwirtschaftliche Flächen, Waldgebiete und Gefahrenbereiche kontrolliert. Dazu gehörten unter anderem die Lokalisierung von Wildschweinen, das Auffinden von Kadavern sowie die Unterstützung bei Monitoringmaßnahmen im Rahmen der ASP-Bekämpfung.
Rehkitzsuche mit Wärmebilddrohnen
Die Suche nach Rehkitzen gehört zu den bekanntesten Einsatzfeldern von Wärmebilddrohnen in der Landwirtschaft. Jedes Jahr sterben in Deutschland zahlreiche Wildtiere während der Mahd von Wiesen und Grünflächen. Besonders betroffen sind junge Rehkitze, die in den ersten Lebenswochen einen ausgeprägten Drückinstinkt besitzen und sich bei Gefahr nicht entfernen.
Für Landwirte und Jäger stellt dies eine große Herausforderung dar. Ohne technische Hilfsmittel sind Rehkitze im hohen Gras nahezu unsichtbar.
Hier hat sich der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera als äußerst effektiv erwiesen. Typischerweise erfolgt der Einsatz in den frühen Morgenstunden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Temperaturunterschied zwischen Tierkörper und Umgebung besonders hoch, wodurch Rehkitze im Wärmebild deutlich erkennbar sind.



Der Ablauf einer Rehkitzsuche sieht in der Praxis meist wie folgt aus:
1. Planung der Flugfläche gemeinsam mit Landwirten oder Jagdpächtern
2. systematischer Drohnenflug über die Wiesenflächen
3. Live-Auswertung der Wärmebilddaten am Monitor
4. Markierung oder Sicherung der aufgefundenen Kitze durch Helfer am Boden
5. Freigabe der Fläche für die Mahd
Wird ein Rehkitz entdeckt, wird es meist vorsichtig mit Handschuhen aufgenommen und in einer Kiste oder einem Korb am Feldrand gesichert. Nach Abschluss der Mahd kann das Tier wieder freigesetzt werden, sodass die Ricke ihr Junges wieder annimmt.
Durch den Einsatz von Wärmebilddrohnen konnten in den vergangenen Jahren bereits tausende Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden.
Verantwortung in der Landwirtschaft – Schutz von Rehkitzen vor der Mahd
Während der Setzzeit von Rehen werden Wiesen häufig zum Rückzugsort für Rehkitze. Die Jungtiere besitzen in den ersten Lebenswochen einen ausgeprägten Drückinstinkt und bleiben bei Gefahr regungslos im Gras liegen. Dadurch sind sie für Mähwerke praktisch unsichtbar.
Landwirte sind deshalb verpflichtet, vor der Mahd geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Wildtiere vor Verletzungen oder dem Mähtod zu schützen. In der Praxis geschieht dies häufig in Zusammenarbeit mit Jägern, Helfern oder durch den Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera. Diese ermöglichen eine schnelle Kontrolle der Flächen und helfen, Rehkitze rechtzeitig zu entdecken und zu sichern.
Drohnen im Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest


Neben dem Schutz von Rehkitzen spielen Wärmebilddrohnen auch eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die ASP ist eine hochansteckende Tierseuche, die vor allem Wildschweine betrifft und erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Landwirtschaft und die Schweinehaltung haben kann. In betroffenen Regionen sind daher umfangreiche Monitoring- und Kontrollmaßnahmen erforderlich.
Drohnen mit Wärmebildkameras können dabei helfen,
- Wildschweinbestände zu lokalisieren
- Felder vor der Ernte auf Wildschweine zu kontrollieren
- Wildschweinkadaver aufzuspüren
- Kranke Wildschweine zu finden
- Bewegungsmuster von Schwarzwild zu beobachten
- bei Schwarzwildentnahme unterstützen
Gerade in Regionen mit ASP-Vorkommen ist es teilweise vorgeschrieben, landwirtschaftliche Flächen vor der Ernte auf Wildschweine zu überprüfen. Wärmebilddrohnen ermöglichen hier eine schnelle und effiziente Kontrolle großer Flächen. Je nach Gelände und Vegetation können an einem Einsatztag mehrere hundert Hektar Fläche kontrolliert werden.


Auffinden von Wildschweinkadavern
Ein besonders wichtiger Bestandteil des ASP-Monitorings ist das Auffinden von Wildschweinkadavern. Verendete Wildschweine können eine zentrale Rolle bei der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest spielen. Deshalb ist es entscheidend, Kadaver möglichst schnell zu entdecken und fachgerecht zu bergen. Das trifft auch auf kranke Tiere zu. Mit Hilfe von Wärmebildkameras lassen sich Kadaver und Kranke Wildschweine unter bestimmten Bedingungen auch aus der Luft identifizieren. Entscheidend sind dabei Faktoren wie:
- Jahreszeit
- Tageszeit
- Sonneneinstrahlung
- Bodenbeschaffenheit
- Vegetation
- Verwesungszustand des Kadaver
Erfahrene Thermografen können anhand von Temperaturunterschieden, Umgebungseffekten und Bildmustern Hinweise auf mögliche Kadaverstandorte erkennen und diese anschließend durch Bodenteams überprüfen lassen.


Erfahrung und Interpretation der Wärmebilder
Der Einsatz von Wärmebilddrohnen erfordert mehr als nur moderne Technik. Entscheidend ist vor allem die Erfahrung bei der Interpretation thermischer Bilder.
Viele thermische Auffälligkeiten entstehen durch natürliche Umwelteinflüsse wie:
- erwärmte Bodenstellen
- Steine oder Holzreste
- liegende Vegetation
- Sonneneinstrahlung
- Feuchtigkeit im Boden
Die sichere Unterscheidung zwischen Tier, Kadaver oder harmloser Wärmequelle erfordert daher Erfahrung in der Thermografie und eine sorgfältige Analyse der Bilder. Langjährige praktische Erfahrung im Drohneneinsatz, insbesondere im Bereich Wildtiermonitoring und ASP-Kontrollen, ermöglicht eine deutlich höhere Trefferquote und reduziert Fehlinterpretationen.
Effiziente Kontrolle großer Flächen
Moderne Drohnensysteme ermöglichen es, große Flächen schnell und systematisch zu kontrollieren. Je nach Gelände, Vegetation und Flugstrategie können pro Einsatztag mehrere hundert Hektar untersucht werden.
Dies macht Drohnen zu einem wertvollen Werkzeug für:
- Landwirtschaft
- Jagdbehörden
- Veterinärämter
- Seuchenbekämpfung
- Naturschutzprojekte
Der Einsatz von Wärmebilddrohnen trägt damit nicht nur zum Schutz einzelner Tiere bei, sondern unterstützt auch großräumige Monitoringprogramme und Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung.
Einsatz von Wärmebilddrohnen im Wildtiermonitoring anfragen
Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera ermöglicht es, Wildtiere auch in dichter Vegetation oder in unübersichtlichem Gelände schnell zu lokalisieren. Neben der Rehkitzsuche vor der Mahd oder Monitoringmaßnahmen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest können Wärmebilddrohnen auch bei der Suche nach Wildtieren, bei Bestandsbeobachtungen oder bei der Lokalisierung entlaufener Nutztiere eingesetzt werden.
Wenn Sie Flächen kontrollieren lassen möchten oder Unterstützung bei der Suche nach Tieren benötigen, senden Sie uns gerne eine unverbindliche Anfrage. Gemeinsam klären wir, ob und in welchem Umfang ein Drohneneinsatz sinnvoll ist.
